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Rechtsprechung · KG

KG, Beschluss vom 30.12.2019 – 3 Ws (B) 386/19, 3 Ws (B) 386/19 - 122 Ss 173/19

Gerichtliches Bußgeldverfahren: Rechtlicher Hinweis auf Vorsatz bei „Handyverstoß“
Spruchkörper
3. Senat für Bußgeldsachen
ECLI
ECLI:DE:KG:2019:1230.3WS.B386.19.00
Normenkette
§ 10 OWiG, § 71 OWiG, § 265 StPO, § 23 Abs 1a StVO, Nr 246.1 BKatV ... mehr

Leitsatz

Wird dem Betroffenen ein Verstoß gegen § 23 Abs. 1a StVO vorgeworfen und enthält der Bußgeldbescheid den Hinweis auf Nr. 246.1 BKat, aber keine Schuldform, so bedarf eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Tatbegehung keines rechtlichen Hinweises.(Rn.2)

Tenor

Der Antrag des Betroffenen auf Zulassung der Rechtsbeschwerde gegen das Urteil des Amtsgerichts Tiergarten vom 1. Oktober 2019 wird, ohne dass der Beschluss einer Begründung bedürfte (§ 80 Abs. 4 Satz 3 OWiG), verworfen.

Gründe

Randnummer 1

Lediglich klarstellend bemerkt der Senat:

Randnummer 2

1. Der Bußgeldbescheid ging, wie sich aus dem Vorwurf selbst und insbesondere aus der angegebenen Nr. 246.1 BKat ergibt, von vorsätzlicher Tatbegehung aus. Dieser Tatbestand, der schon logisch kaum anders als vorsätzlich begangen werden kann, findet sich im Abschnitt II des Bußgeldkatalogs, der wie folgt überschrieben ist: „Vorsätzlich begangene Ordnungswidrigkeiten“. Eines Hinweises auf die beabsichtigte Verurteilung wegen vorsätzlicher Tatbegehung bedurfte es bei dieser Sachlage nicht.

Randnummer 3

2. Die Inbegriffsrüge führt – auch unter dem Gesichtspunkt der Verletzung rechtlichen Gehörs – schon deshalb nicht zum Erfolg, weil sich sogar aus dem Rechtsbeschwerdevorbringen ergibt, dass der Betroffene über seinen Verteidiger eingeräumt hat, das Fahrzeug zur Tatzeit geführt zu haben. Selbst wenn das Amtsgericht versäumt hätte, das Geständnis in die Hauptverhandlung einzuführen, könnte das Urteil nicht auf einem solchen Verfahrensfehler beruhen.

Randnummer 4

3. Die Beanstandung der Bußgeldbemessung ist dem Einzelfall verhaftet und deckt keinen Rechtsfehler auf, der Anlass geben könnte, die Rechtsbeschwerde aus einem der in § 80 Abs. 1 OWiG bezeichneten Gründe zuzulassen.

Randnummer 5

Der Betroffene hat die Kosten seiner nach § 80 Abs. 4 Satz 4 OWiG als zurückgenommen geltenden Rechtsbeschwerde zu tragen (§ 46 Abs. 1 OWiG, § 473 Abs. 1 Satz 1 StPO).

Zitierte Vorschriften

Wortlaut aus der amtlichen Veröffentlichung des Gerichts. Leitsätze des Gerichts, keine Leitsätze oder Anmerkungen von Verlagen.

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