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Zitierfest

AÜG · Gesetz zur Regelung der Arbeitnehmerüberlassung

§ 4 AÜG – Rücknahme

Amtliche Fassung, Stand 22.12.2025.

(1) Eine rechtswidrige Erlaubnis kann mit Wirkung für die Zukunft zurückgenommen werden. § 2 Abs. 4 Satz 4 gilt entsprechend.

(2) Die Erlaubnisbehörde hat dem Verleiher auf Antrag den Vermögensnachteil auszugleichen, den dieser dadurch erleidet, daß er auf den Bestand der Erlaubnis vertraut hat, soweit sein Vertrauen unter Abwägung mit dem öffentlichen Interesse schutzwürdig ist. Auf Vertrauen kann sich der Verleiher nicht berufen, wenn er

  • 1. die Erlaubnis durch arglistige Täuschung, Drohung oder eine strafbare Handlung erwirkt hat;
  • 2. die Erlaubnis durch Angaben erwirkt hat, die in wesentlicher Beziehung unrichtig oder unvollständig waren, oder
  • 3. die Rechtswidrigkeit der Erlaubnis kannte oder infolge grober Fahrlässigkeit nicht kannte.

Der Vermögensnachteil ist jedoch nicht über den Betrag des Interesses hinaus zu ersetzen, das der Verleiher an dem Bestand der Erlaubnis hat. Der auszugleichende Vermögensnachteil wird durch die Erlaubnisbehörde festgesetzt. Der Anspruch kann nur innerhalb eines Jahres geltend gemacht werden; die Frist beginnt, sobald die Erlaubnisbehörde den Verleiher auf sie hingewiesen hat.

(3) Die Rücknahme ist nur innerhalb eines Jahres seit dem Zeitpunkt zulässig, in dem die Erlaubnisbehörde von den Tatsachen Kenntnis erhalten hat, die die Rücknahme der Erlaubnis rechtfertigen.

Verweise

Vorschriften, die auf § 4 AÜG verweisen

  • § 5 AÜG – Widerruf
  • § 11 AÜG – Sonstige Vorschriften über das Leiharbeitsverhältnis
  • § 12 AÜG – Rechtsbeziehungen zwischen Verleiher und Entleiher

Rechtsprechung zu § 4 AÜG

Eine Entscheidung zitiert § 4 AÜG.

  • EuGH, Urt. v. 18.06.2015 – C-586/13 · Vierte Kammer

    Martin Meat kft gegen Géza Simonfay und Ulrich Salburg. Vorlage zur Vorabentscheidung ‒ Freier Dienstleistungsverkehr – Richtlinie 96/71/EG – Art. 1 Abs. 3 Buchst. a und c – Entsendung von Arbeitnehmern – Überlassung von Arbeitskräften – Beitrittsakte von 2003 – Kapitel 1 Nrn. 2 und 13 des Anhangs …

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