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Zitierfest

Rechtsprechung · VerfGH NRW

VerfGH NRW, Beschluss vom 27.01.2026 – VerfGH 111/24.VB-2

Spruchkörper
Kammer
ECLI
ECLI:DE:VFGHNRW:2026:0127.VERFGH111.24VB2.00

Tenor

Die Verfassungsbeschwerde wird als un­zulässig zu­rückgewiesen.

Gründe

Randnummer 1

G r ü n d e :

I.

Randnummer 3

Die Verfassungsbeschwerde betrifft eine Kostenentscheidung in einem Bußgeldver­fahren.

Randnummer 4

Mit Urteil vom 6. September 2024 – 8 OWi – 47 Js 249/24 – 146/24 – sprach das Amtsgericht Marl den Beschwerdeführer von dem Vorwurf, einen Parkverstoß began­gen zu haben, frei. Die Kosten des Verfahrens und seine notwendigen Auslagen wur­den dem Beschwerdeführer gemäß § 25a StVG auferlegt.

Randnummer 5

Mit der Verfassungsbeschwerde macht der Beschwerdeführer geltend, die Kostenent­scheidung des Amtsgerichts verletze ihn in seinen Rechten aus Art. 4 Abs. 1 LV i. V. m. Art. 3 Abs. 1 GG und aus Art. 4 Abs. 1 LV i. V. m. Art. 6 Abs. 1 GG.

II.

Randnummer 7

Die Verfassungsbeschwerde wird gemäß § 58 Abs. 2 Satz 1, § 59 Abs. 2 Satz 1 VerfGHG durch die Kammer zurückgewiesen, weil sie gemäß § 53 Abs. 2 VerfGHG unzulässig ist.

Randnummer 8

Hiernach ist die Verfassungsbeschwerde unzulässig, soweit die öffentliche Gewalt des Landes Bundesrecht ausführt oder anwendet, es sei denn, die Anwendung betrifft Pro­zessrecht des Bundes durch ein Gericht des Landes. Der Beschwerdeführer rügt mit der Verfassungsbeschwerde die Anwendung und Auslegung des § 25a StVG. Bei die­ser Vorschrift, die die Pflicht zur Tragung und Erstattung der durch ein Bußgeldverfah­ren verursachten Kosten regelt, handelt es sich um materielles Bundesrecht.

Randnummer 9

Eine danach der Landesverfassungsbeschwerde nicht zugängliche Rüge der verfas­sungswidrigen Anwendung materiellen Bundesrechts liegt auch vor, soweit der Be­schwerdeführer eine willkürliche Anwendung des § 25a StVG rügt (vgl. VerfGH NRW, Beschlüsse vom 28. März 2023 – VerfGH 105/22.VB-3, juris, Rn. 6, und vom 16. De­zember 2025 – VerfGH 92/25.VB-2; Niesler, in: Hellmann/Niesler, VerfGHG, 2025, § 53 Rn. 101; vgl. demgegenüber VerfGH BY, Entscheidungen vom 21. Juni 2010 – Vf. 69-VI-08, DAR 2010, 638 = juris, Rn. 15, und vom 24. September 2025 – Vf. 66-VI-22, juris, Rn. 30; VerfGH RP, Beschluss vom 18. Dezember 2021 – VGH B 62/21, juris, Rn. 16). Der Landesgesetzgeber hat die Kontrollbefugnis des Verfassungsge­richtshofs im Bereich des Bundesrechts mit § 53 Abs. 2 VerfGHG bewusst auf den durch das Bundesverfassungsgericht in dessen Beschluss vom 15. Oktober 1997 – 2 BvN 1/95 (BVerfGE 96, 345 ff.) geklärten Umfang begrenzt und eine sich über das Prozessrecht des Bundes hinaus auf das materielle Bundesrecht erstreckende Prü­fung nicht eröffnet (vgl. VerfGH, Beschluss vom 16. Dezember 2025 – VerfGH 92/25.VB-2; LT-Drs. 17/2122, S. 25; Heusch, DVBl. 2023, 770, 773; Niesler, in: Hellmann/Niesler, VerfGHG, 2025, § 53 Rn. 101).

Randnummer 10

Von einer weiteren Begründung wird abgesehen (vgl. § 58 Abs. 2 Satz 4 VerfGHG).

Zitierte Vorschriften

Wortlaut aus der amtlichen Veröffentlichung des Gerichts. Leitsätze des Gerichts, keine Leitsätze oder Anmerkungen von Verlagen.

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