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Rechtsprechung · OVG NRW

OVG NRW, Beschluss vom 31.07.2024 – 7 B 467/24

Spruchkörper
7. Senat
ECLI
ECLI:DE:OVGNRW:2024:0731.7B467.24.00

Tenor

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Die Antragstellerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens einschließlich der erstattungsfähigen außergerichtlichen Kosten des Beigeladenen.

Der Streitwert wird auch für das Beschwerdeverfahren auf 5.000 Euro festgesetzt.

Gründe

Randnummer 2

Die Beschwerde hat keinen Erfolg.

Randnummer 3

Das Verwaltungsgericht hat den Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung der Klage gegen die dem Beigeladenen erteilte Baugenehmigung vom 23.2.2023 abgelehnt und zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt: Die Baugenehmigung verletze summarischer Prüfung zufolge keine Rechte der Antragstellerin. Das genehmigte Vorhaben auf dem Grundstück mit der Bezeichnung A.-straße 1 in V.-W. verstoße nicht gegen Abstandsflächenrecht. Nach § 6 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 BauO NRW 2018 sei hier eine Abstandsfläche nicht erforderlich. Mit Blick auf die in der Umgebung vorhandene Bauweise sei auch eine offene oder eine einseitig grenzständige Bauweise planungsrechtlich zulässig; die vorhandene Bebauung auf dem Grundstück der Antragstellerin stelle eine hinreichend gewichtige faktische Anbausicherung dar. Das Vorhaben verstoße auch nicht gegen das Gebot der Rücksichtnahme.

Randnummer 4

Das dagegen gerichtete Beschwerdevorbringen rechtfertigt nach der im vorliegenden Verfahren gebotenen summarischen Prüfung keine Änderung dieser Entscheidung.

Randnummer 5

Dies gilt für die Ausführungen zu dem befürchteten Verstoß gegen das Gebot der Rücksichtnahme wegen „erdrückender Wirkung“, unzumutbarer Verschattung bzw. der Anordnung der Stellplätze im rückwärtigen Grundstücksbereich,

Randnummer 6

vgl. dazu allg. etwa OVG NRW, Beschluss vom 8.4.2021 - 10 A 899/20 -, juris, Rn. 5ff., m. w. N.,

Randnummer 7

ebenso wie für die Rüge, es fehle an einer hinreichenden faktischen Anbausicherung.

Randnummer 8

Vgl. dazu etwa allg. OVG NRW, Beschluss vom 26.10.2023 - 7 B 819/23 -, juris, Rn. 7f., m. w. N.

Randnummer 9

Auf den aufgezeigten Verstoß gegen eine Erhaltungssatzung (vgl. § 172 BauGB) kommt es im vorliegenden Nachbarstreitverfahren nicht an, weil eine solche Satzung nicht nachbarrechtsrelevant ist.

Randnummer 10

Vgl. OVG NRW, Beschluss vom 15.4.2024

Randnummer 11

- 7 A 2509/22 -, juris, Rn. 8, m. w. N.

Randnummer 12

Die abschließende Beurteilung muss dem anhängigen Hauptsacheverfahren - 8 K 1340/24 - vorbehalten bleiben.

Randnummer 13

Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO und § 162 Abs. 3 VwGO. Es entspricht der Billigkeit, dass der Antragstellerin auch die außergerichtlichen Kosten des Beigeladenen auferlegt werden, weil er auch im Beschwerdeverfahren einen Sachantrag gestellt und sich damit selbst einem prozessualen Kostenrisiko ausgesetzt hat (vgl. § 154 Abs. 3 VwGO).

Randnummer 14

Die Streitwertfestsetzung beruht auf § 53 Abs. 2 Nr. 2 und § 52 Abs.1 GKG.

Randnummer 15

Dieser Beschluss ist unanfechtbar.

Zitierte Vorschriften

Wortlaut aus der amtlichen Veröffentlichung des Gerichts. Leitsätze des Gerichts, keine Leitsätze oder Anmerkungen von Verlagen.

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