Rechtsprechung · Bundesgerichtshof
BGH, Beschluss vom 12.01.2012 – IX ZB 308/11
- Spruchkörper
- 9. Zivilsenat
Tenor
Die Vorlageverfügung wird aufgehoben.
Die Sache wird an das Landgericht Magdeburg zurückgegeben zur Entscheidung über das Vorbringen des Schuldners in dessen Schreiben vom 1. Dezember 2011.
Gründe
Zwar kann eine Rechtsbeschwerde auch dann vorliegen, wenn ein Rechtsbehelf nicht ausdrücklich als „Rechtsbeschwerde“ bezeichnet ist, sofern ein Beteiligter nach allgemeinem Sprachgebrauch deutlich macht, eine Überprüfung durch das im Instanzenzug übergeordnete Gericht zu begehren (BGH, Beschluss vom 21. März 2002 - IX ZB 18/02, WM 2002, 1512). Aus dem Schreiben vom 1. Dezember 2011 kann jedoch nicht entnommen werden, der Schuldner habe hiermit ein Rechtsmittelgericht anrufen wollen. Der Schuldner hat vorgebracht, dass näher bezeichnete Umstände in dem beanstandeten Beschluss nicht berücksichtigt worden seien. Vor diesem Hintergrund hat er "um nochmalige Bearbeitung" gebeten. Damit hat der Schuldner das Landgericht um eine Abänderung der getroffenen Entscheidung ersucht und kein Rechtsmittel eingelegt. Über die als Anhörungsrüge (§ 4 InsO, § 321a ZPO) oder als Gegenvorstellung auszulegende Eingabe ist daher vom Landgericht zu befinden.
Zitierte Vorschriften
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