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Rechtsprechung · Bundesgerichtshof

BGH, Beschluss vom 11.11.2015 – 5 StR 437/15

Spruchkörper
5. Strafsenat

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Görlitz vom 5. Mai 2015 wird nach § 349 Abs. 2 StPO mit der Maßgabe als unbegründet verworfen, dass der Teilfreispruch entfällt.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die dem Nebenkläger durch seine Revision entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Gründe

Randnummer 1

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen besonders schwerer sexueller Nötigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, wegen räuberischer Erpressung in Tateinheit mit Körperverletzung, wegen gefährlicher Körperverletzung, wegen Betruges in zwei Fällen und wegen Körperverletzung in vier Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt und ihn im Übrigen freigesprochen. Gegen seine Verurteilung wendet sich der Angeklagte mit seiner Revision, mit der er die Verletzung formellen und materiellen Rechts rügt. Das Rechtsmittel bleibt aus den Gründen der Antragsschrift des Generalbundesanwalts ohne Erfolg. Jedoch kann der Teilfreispruch keinen Bestand haben.

Randnummer 2

Der Generalbundesanwalt hat insoweit Folgendes ausgeführt:

„Ein Teilfreispruch kann dann nicht erfolgen, wenn sich der An-

klagevorwurf – wie hier in Bezug auf das zusätzliche Quetschen

des Fingers, das Tat 1 h zugeordnet wurde – vollumfänglich als

richtig erwiesen hat, das Landgericht jedoch lediglich eine an-

dere konkurrenzrechtliche Beurteilung (Ideal-, anstatt Realkon-

kurrenz) vornimmt und deshalb das gesamte Geschehen als

eine Tat aburteilt. Das Entfallenlassen des Teilfreispruchs muss

zur Klarstellung erfolgen. Denn ein Angeklagter darf nicht we-

gen desselben Tatgeschehens zugleich verurteilt und frei ge-

sprochen werden (BGH, Beschluss vom 7. Januar 2004

– 4 StR 415 /03 dort nicht abgedruckt mwN).“

Randnummer 3

Dem stimmt der Senat zu und ändert die Urteilsformel entsprechend ab.

Randnummer 4

Bei seiner rechtlichen Bewertung ist der Senat nicht davon ausgegangen, dass der Vorsitzende die Beweisaufnahme mit der Bemerkung geschlossen hat, dass aus Sicht der Kammer alle Beweisanträge abgearbeitet worden seien (Beweisantrag Verlesung eines Urteils des Amtsgerichts Zittau).

Wortlaut aus der amtlichen Veröffentlichung des Gerichts. Leitsätze des Gerichts, keine Leitsätze oder Anmerkungen von Verlagen.

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