Rechtsprechung · Gerichtshof der Europäischen Union
EuGH, Beschluss vom 11.07.2008 – C-207/08
- Spruchkörper
- Sechste Kammer
- ECLI
- ECLI:EU:C:2008:407
Tenor
1. Die Verordnung (EG) Nr. 1782/2003 des Rates vom 29. September 2003 mit gemeinsamen Regeln für Direktzahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik und mit bestimmten Stützungsregelungen für Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe und zur Änderung der Verordnungen (EWG) Nr. 2019/93, (EG) Nr. 1452/2001, (EG) Nr. 1453/2001, (EG) Nr. 1454/2001, (EG) Nr. 1868/94, (EG) Nr. 1251/1999, (EG) Nr. 1254/1999, (EG) Nr. 1673/2000, (EWG) Nr. 2358/71 und (EG) Nr. 2529/2001 ist dahin auszulegen, dass sie nationalen Rechtsvorschriften entgegensteht, die den Anbau und den Besitz von Hanf, der zur Erzeugung des in dieser Verordnung genannten Faserhanfs bestimmt ist, verbieten.
2. Das Gemeinschaftsrecht hindert das Gericht eines Mitgliedstaats daran, nationale Rechtsvorschriften anzuwenden, die unter Verstoß gegen die Verordnung Nr. 1782/2003 ein Verbot des Anbaus und des Besitzes von Hanf, der zur Erzeugung des in dieser Verordnung genannten Faserhanfs bestimmt ist, zur Folge haben.
Gründe
Beschluss des Gerichtshofs (Sechste Kammer) vom 11. Juli 2008 – Strafverfahren gegen Edgar Babanov / (Rechtssache C-207/08)
„Art. 104 § 3 Abs. 1 der Verfahrensordnung – Landwirtschaft – Freier Warenverkehr – Nationale Rechtsvorschriften, die den Anbau aller Hanfarten verbieten“
1. Landwirtschaft – Gemeinsame Marktorganisation – Flachs und Hanf (Verordnung Nr. 1782/2003 des Rates, 27. Erwägungsgrund und Art. 52) (vgl. Randnrn. 24-32, Tenor 1)
2. Gemeinschaftsrecht – Unmittelbare Wirkung – Vorrang – Gemeinschaftsregelung über den Anbau von zur Erzeugung von Faserhanf bestimmtem Hanf (Art. 10 EG) (vgl. Randnrn. 34‑36, Tenor 2)
Gegenstand
Wortlaut aus der amtlichen Veröffentlichung des Gerichts. Leitsätze des Gerichts, keine Leitsätze oder Anmerkungen von Verlagen.
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